Michael Sailer untersucht anhand der Werke, aber auch der Philosophie, Biographien und Rezeption insbesondere von Ödön von Horvath, aber auch Franz Kafka und Karl Valentin das Thema und Problem des Scheiterns in der Literatur und darüber hinaus. Er zeigt auf, wie gesellschaftliche Umbrüche, technische Revolutionen, Krieg und Faschismus das Denken und Leben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Grund auf revolutionierten und eine ganz neue Form der Literatur hervorbrachten: Deren "naive" Erzählweise war eine unausweichliche Reaktion auf den Zeitenbruch und wird bis heute oft mißverstanden.In spannenden, ausführlichen Betrachtung u. a. zu "filmischem" Erzählen, sprachlicher Mimikry, dem Einfluß des Märchens sowie politischen Zeiterscheinungen wie der "konservativen Revolution" und dem Nationalsozialismus entschlüsselt Sailer die Werke dreier Autoren, die auf den ersten Blick so gut wie nichts miteinander zu tun haben und doch eng verbunden sind. Dabei zeigt er insbesondere auch die oft übersehene oder übergangene meisterhafte Qualität und Bedeutung von Ödön von Horváths Romanen auf."Eine der besten literaturwissenschaftlichen Arbeiten, die mir je untergekommen sind. Die literarhistorischen Querverbindungen (etwa zum Film), die sie aufzeigt, sind zum Teil neu, jedenfalls immer originell, und zwar so, daß in Zukunft jeder, der sich mit Horváth (und auch mit Kafka und Karl Valentin) befaßt, nicht darum herumkommen wird, sich mit Sailers Arbeit auseinanderzusetzen." (Herbert Rosendorfer)