Das Schreiben einer juristischen Klausur ist eine Kunst für sich. Nicht anders ist es zu erklären, dass viele Jura-Studenten - auch und vor allem diejenigen, die über tadelloses Wissen verfügen, in schriftlichen Arbeiten regelmäßig weiter unter ihren Möglichkeiten bleiben.Die erste Frage, mit der man sich auf dem Weg zu ordentlichen Punktzahlen beschäftigen muss, ist: "Für wen schreibe ich die Klausur eigentlich?" Die auf der Hand liegende Antwort ist natürlich: "Für den Korrektor." Er ist der einzige, der über die Güte der Klausur entscheidet, und nur vor seinen Augen muss die Arbeit bestehen, Diese simple Tatsache vergessen oder verdrängen viele Studenten leider.Ob die Arbeit einen hohen wissenschaftlichen oder rechtspolitischen Wert hat, interessiert nicht. Wenn die Arbeit genau dem entspricht, wie Gerichte oder andere Praktiker die Sache abhandeln würden, bringt das keine Punkte, wenn der Korrektor aufgrund des Bearbeitervermerks etwas anderes erwartet.Dieses Buch hilft dabei, zu verstehen, was der Korrektor will. Als langjähriger Korrektor hat der Autor in seiner universitären Laufbahn Erfahrung mit allen Arten von Klausuren gesammelt. Er weiß, was die Musterlösungen von den Studenten erwarten und warum so viele von ihnen es nicht schaffen, ihr Wissen zu Papier zu bringen.Denn so, wie manche Juristen behaupten, der Klausurersteller sei der (imaginäre) Gegner der Prüflinge, so kann man auch sagen, der Korrektor sei ihr Freund. Ein Korrektor freut sich über jeden Absatz, hinter den er nur einen Haken zu machen braucht. Er freut sich über jeden Anhaltspunkt, anhand dessen er eine gute von einer weniger guten Arbeit unterscheiden kann. In diesem Buch werden Sie lernen, wie Sie dem Prüfer diese Anhaltspunkte geben können.