Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Soziologie - Beziehungen und Familie, Technische Universität Darmstadt (Institut für Soziologie), Veranstaltung: Blockseminar "Körper, Interaktion, Gesellschaft", Sprache: Deutsch, Abstract: Die Soziologie deutet den Menschen als soziales Wesen, welches in ungeheuerlich komplexe gesellschaftliche Mechanismen eingebunden ist und in steter Interdependenz mit anderen lebt. Kein Individuum kann demzufolge ganz für sich alleine stehen und ist darauf angewiesen, mit anderen zu interagieren. Das wohl wesentlichste Interaktionsinstrument, das uns zur Verfügung steht, stellt unser Körper dar. Denn über ihn nehmen wir unterschiedlichste Reize aus der Umwelt in uns auf und wirken gleichzeitig auch auf sie ein. Neben der Sprache kann der Körper als wichtigstes Werkzeug für die menschliche Interaktion betrachtet werden. Entgegen dem Alltagsverständnis, wonach die Modifizierung der äußeren Erscheinung vor allem dem persönlichen Wohlbefinden derjenigen dienen soll, die sich modifizieren, gibt es Stimmen aus der Körpersoziologie, die meinen, dass Schönheitshandeln, also das, was Menschen tun, um ihre eigene Außenwirkung zu inszenieren, in erster Linie den Zweck gesellschaftlicher Positionierung verfolgt. Dass Schönheitsideale existieren und eine relativ präzise kulturelle Vorstellung darüber herrscht, wie Frauen und Männer auszusehen haben, um als attraktiv zu gelten, wird nicht zuletzt an den Vorbildern deutlich, die uns die Medien hierzu präsentieren. Im Verlauf der vorliegenden Arbeit soll nicht nur die Bedeutung von Schönheitshandeln für die Gesellschaft herausgestellt werden, sondern vor allem auch die Effekte des Schönheitshandelns auf das soziale Geschlecht (gender) der Schönheitshandelnden. Ausgangsthese ist hierbei, dass Schönheitsideale zum einen gesellschaftlich stark standardisiert sind, und zum anderen auch in einem engen Kontext mit etablierten Geschlechterrollen zu sehen sind, was im Zusammenspiel unmittelbare Auswirkung