Vielen Mundhöhlenkrebserkrankungen gehen klinisch erkennbare prämaligne Veränderungen der Schleimhaut voraus, die auf ein Risiko hinweisen und die Möglichkeit zur Erkennung und zu vorbeugenden Maßnahmen bieten. Der Schlüssel zur Diagnose ist die frühzeitige Erkennung von Schleimhautveränderungen, die auf eine Erkrankung und nicht auf normale Schwankungen hindeuten können. Die zytologische Untersuchung von Mundhöhlenzellen ist eine nicht-invasive Technik, die von den Patienten gut akzeptiert wird und daher eine attraktive Option für die Früherkennung potenziell maligner Läsionen darstellt. Die Analyse von Mikronuklei (MNi) hat als In-vitro-Genotoxizitätstest und Biomarker-Assay für die Exposition und Wirkung von Genotoxinen beim Menschen zunehmend an Popularität gewonnen. Es ist allgemein anerkannt, dass potenziell maligne Läsionen eine signifikante Anzahl von Mikronuklei aufweisen, die in Hochrisikopopulationen als Screening-Test verwendet werden können. In den letzten dreißig Jahren wurden zahlreiche Studien mit Epithelzellen veröffentlicht. Bislang wurde jedoch nur wenig Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen verschiedener Färbeverfahren auf die Ergebnisse von Mikronukleus-Assays gelegt. Das Ziel der vorliegenden Studie war es, zu untersuchen, ob und inwieweit verschiedene Färbemittel einen Einfluss auf die Ergebnisse von Mikronuklei in exfoliertem Mundschleimhautgewebe haben.