In meinem Tagebuch erzähle ich von unserem Leben auf der Kurischen Nehrung.Das Tagebuch führte ich von 2004 bis 2009, um unsere alltäglichen, ungewöhnlichen, lustigen und ernsten Erlebnisse in diesem, uns unbekannten Land festzuhalten.Mein Mann und ich sind 1991 auf abenteuerliche Weise von Königsberg aus auf die Kurische Nehrung gekommen. Dort wurde mein Mann in Nidden geboren. Die Familie flüchtete 1944 vor den Russen nach Westdeutschland. Wir kannten die Nehrung nur aus den Erzählungen der Familie.Wir waren sofort von diesem Stückchen Erde fasziniert, sind aber erst 1994, als Litauen frei war, wieder dorthin gefahren.Nachdem mein Mann aus gesundheitlichen Gründen seine Firma aufgeben musste, kaufte er 1997 eine alte verwahrloste Haushälfte mit einem riesigen verwilderten Garten in Preila und begann, diese zu renovieren und in eine kleine Wohnung für uns und ein Appartement zu verwandeln.Im Jahr 2005 brachen wir unsere Zelte in Deutschland ganz ab, bauten uns ein neues Haus und leben seit dieser Zeit in Preila. Da wir weder die Sprache, noch die Mentalität der Menschen kannten, war es anfangs nicht so leicht, Fuß zu fassen. Aber auch das Renovieren, Vermieten, Bauen und Verkaufen eines Hauses hat für zahlreiche Anekdoten gesorgt, die ich relativ frei von der Seele in das Tagebuch geschrieben habe. Und immer wieder hat uns die Hilfsbereitschaft der Menschen überrascht. Zuerst sträubte ich mich, das Tagebuch zu veröffentlichen, aber mein Enkel Tobias hat mich immer wieder dazu gedrängt. Als ich ihn eines Tages fragte, welchen Grund es geben solle für die Veröffentlichung, da antwortete er mir: "Oma, dann bleibt etwas von dir."Dieser Satz hat mich schließlich überzeugt und mit seiner tatkräftigen Unterstützung ist dieses Buch tatsächlich entstanden. Der Titel des Buches bezieht sich auf meine Leidenschaft für das Angeln.Obwohl die Sehnsucht nach der Familie, den Kindern, Enkeln und der Urenkelin oft groß ist, fühlen wir uns hier glücklich und angenommen.