Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Politik - Region: Ferner Osten, Note: 1,7, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Sprache: Deutsch, Abstract: Am 3. Mai 1947 trat in Japan eine Verfassung in Kraft, die das Wesen Nachkriegsjapans maßgebend prägen sollte. Sechzig Jahre blieb diese Verfassung in ihrem Text unverändert und steht heute als ein Symbol für die Abkehr Japans vom Militarismus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auf ihrer Grundlage, ihren demokratischen und pazifistischen Normen war es Japan möglich, als respektierter Partner in den Kreis der internationalen Gemeinschaft zurückzukehren. Im Herbst 2006 kündigte Premierminister Abe die Revision der Verfassung an und dieses Thema zum Wichtigsten des Oberhauswahlkampfes im Sommer 2007 zu machen. Bereits seit einigen Jahren - spätestens aber seit dem Eintritt Japans in den Irak-Krieg - geriet die japanische Verfassung unter Reformdruck und es gilt als sehr wahrscheinlich, dass nach Jahren der Diskussion noch in der laufenden Legislaturperiode ein Gesetz vom Parlament verabschiedet wird, das ein nationales Referendum zur Verfassungsreform möglich macht. Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, die Verfassungsänderung des Artikels 9 als einen Prozess darzustellen, der bereits kurz nach ihrem Inkrafttreten angestoßen wurde und seitdem von wesentlichen sicherheitspolitischen Impulsen getrieben wird. Dazu wird es notwendig, eine kurze Einführung in die Grundprinzipien der japanischen Verfassung zu geben um im Anschluss die Intention und den Einfluss der Amerikaner auf den Verfassungsgebungsprozess darzustellen. Im Anschluss sollen zwei Bereiche untersucht werden, die den aktuellen Änderungsbestrebungen maßgeblich zu Grunde liegen: Zum einen das japanisch-amerikanische Sicherheitssystem sowie die Auslegung des Artikels 9, woran sich eine kurze Bemerkung zum Irak-Krieg anschließt. Abschließend soll eine Auseinandersetzung mit den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Bestrebungen zur Verfas