Ratingagenturen sind zwar wichtige Akteure an den Finanzmärkten, doch haben die jüngsten Entwicklungen auf dem US-Hypothekenmarkt und bei der Euro-Schuldenkrise gezeigt, dass bestimmte Aspekte des derzeitigen Regulierungsrahmens möglicherweise erneut überprüft werden müssen. So wächst die Sorge, dass sich Finanzinstitute und institutionelle Anleger zu stark auf externe Ratings stützen und selbst keine ausreichenden internen Kreditrisikobewertungen vornehmen, was Marktvolatilität und Instabilität des Finanzsystems nach sich ziehen kann. Die Verbriefungstechniken ermöglichen unter Kosten-, Risiko- und Flexibilitätsgesichtspunkten den Schuldnern neben der klassischen Finanzierung über Bankkredite erhebliche Vorteile. Jedoch haben diese alternativen Anlageformen für den Investor nicht nur Vorteile, sondern bedeuten auch große Eigenverantwortung dahingehend, eine Bonitätsanalyse jedes einzelnen Emittenten vorzunehmen. Dies stellt für den Investor eine fast unlösbare Aufgabe dar, da durch die steigende Anzahl von Emittenten und Emissionen das Angebot immer größer und die Auswahl schwieriger wird, sodass dies zusehends den Kapitelmarkt unüberschaubarer gestaltet. Hierbei spielen Ratingagenturen, die zu den einflussreichsten Akteuren der Finanzmärkte zählen, eine Schlüsselrolle, denn sie ermöglichen mittels einfacher Ratingsymbole (AAA oder Aaa), Schuldtitel unterschiedlicher Herkunft und Struktur im Hinblick auf Ausfallrisiken vergleichbar zu machen. Infolgedessen erhöhen sie die Markttransparenz, unterstützen die Marktakteure mit den Ratings dabei, Fehlentscheidung zu vermeiden, und tragen somit zum Abbau der am Markt herrschenden Informationsasymmetrien zwischen den Marktakteuren bei. Insofern wirken qualitativ hochwertige, objektive und insbesondere unabhängige Bonitätsurteile der Agenturen positiv auf das Vertrauen der Marktteilnehmer ein, welches die Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit dieses Marktsegments darstellt. Diesem Anspruch jedoch wurden die Ratingagentu