Dandys Ein alternder Mann tranchiert Erinnerungen und Gefühle wie ein Backhähnchen. Eine Frau vergleicht die beste Freundin mit dem Planeten Venus, der wasserlos, gegenläufig und viel zu langsam um seine Achse kreist. Zwei Bekannte treffen sich nach Jahren wieder und suchen bei großer Hitze ein plüschiges Café auf. Sie alle sind Dandys, aus der Zeit gefallen. Sie gehören einer längst vergangenen Ära an. Esther mit dem Fuchspelz. Georg, der über die Nacktkultur im Kaiserreich schreibt. Insa, die vom Jugendstil besessen, ständig Hofmannsthal zitiert. Baronin Morast, die Debussy liebt, ihn aber stets falsch spielt. In den 24 Erzählungen und Miniaturen schillert der Alltag wie Farbe unter Fixativ - oder er leuchtet uns entgegen wie aus einer fremden, bizarren Welt. Langeweile wird zu einer blauen Stimmung, das Gewöhnliche bekommt einen Schliff. Warum nicht dem tristen Alltag mit Spott und Ironie begegnen? Ein Bonmot auf der Zunge haben, fast wie zum Trost. Und wenn Marotten entlarvt werden, zieht Gesche Blume ihre Leser tief in ihr Kuriositätenkabinett. Eintreten erlaubt.