Dies ist die Geschichte eines Mädchens, das drei Fehler hat: Sie ist ein Mädchen, sie ist hochbegabt und sie ist ein Findelkind. Es ist auch die Geschichte eines wunderbaren Hundes und einer drolligen Katze. Tiere, die zur rechten Zeit eingreifen, die Halt und Wärme geben. Und die Geschichte der sechs Brüder, denen es gar nichts ausmacht, dass die angenommene Schwester vieles schneller versteht als sie selbst. Die Jungs schützen, stärken, schulen und fördern sie. Mit echter Bruderliebe.Drei Frauen lehren sie, weiblich zu sein - was ihr aber erst gelingt, als sie ihr akademisches Sein aufgibt.Die akademischen Erwachsenen sind überfordert, nicht alle, aber die meisten.Ohne die Tiere und die Brüder-Bande wäre Nacira wohl nicht so gut durchs Leben gekommen. Denn Hochbegabung ist keine Gabe, sondern nur eine Variation der Genetik, die gibt und nimmt - was auch bedeutet: Je mehr sie auf der einen Seite gibt, desto mehr nimmt sie an einer anderen Stelle.Bei Nacira nimmt ihr die Hochbegabung die Fähigkeit, Gefühle zu verstehen. Die ganz großen, die so aussehen, als seien sie eher hysterisch, sind ihr absolut fremd. Sie versteht die Welt als eine Abfolge von Fakten, die man überprüfen und verifizieren kann un darf. Dass man sie wegen dieser Haltung beschimpft und verleumdet, versteht Nacira nicht.Gar nicht verstehen kann Nacira das Denken in Bedeutungen. Die Ansicht. dass eine Meinung mehr wert sei als ein Faktum, verursacht ihr Übelkeit. Die Schnelligkeit, in der eine Tatsache ungeprüft mit Bedeutung überfrachtet wird, widert sie an.Wie es ihr gelingt, sie selbst zu sein, weiß Nacira nicht.Die Autorin ist eine ältere Frau aus der Generation, in der Mädchen nichts zu lernen brauchten, weil sie sowieso heiraten würden. Abitur machte ein Mädchen seinerzeit vor allem, um den späteren Ehemann nicht zu blamieren. Eine eigene akademische Leistung zu erstreben war in ihrer Welt suspekt, die Höhere Töchterschule eine Strafe, Nein ein verbotenes Wort.Sie hat es dennoch bis zu einem sehr guten Abitur gebracht. Das Psychologie-Studium hat sie ohne Diplomarbeit beendet. Sie konnte zeitgleich Karriere machen in der Industrie, was sie damals als wichtiger ansah. Insgesamt hat sie drei Berufe gelernt, Sekretärin mit Diplom, staatlich geprüfte Pharmareferentin und staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin. Zuletzt war sie gut 20 Jahre lang rechtliche Berufsbetreuerin nach BGB, eingesetzt von mehreren Amtsgerichten. Zwischen all' dem hat sie zwei Kinder erzogen.Heute hat sie drei wunderbare Enkelkinder.Der Roman ist eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit, manches aus dem Leben der Autorin, vieles aus ihren beruflichen Tätigkeiten.